Nachdem der Gilde Lizzy genäht und auf den Patchworktagen 2023 in Dinkelsbühl ausgestellt wurde, hat sich ein Großteil der damaligen Online-Gruppe dazu entschlossen, ein neues Projekt anzugehen. Der Vorschlag, Marias Quilt aus dem Roman „Die vergessenen Worte“ von Liz Trenow zu nähen, kam von Tanja Strauß. Gesagt, getan, die ehemalige Gilde Lizzy Gruppe hatte ein neues Projekt und zwar „Marias Quilt“.
Auf der Seite des Verlags ist eine Anleitung veröffentlicht (https://www.penguin.de/content/download/speziell/Trenow_Worte_Quilt_Anleitung.pdf )
Dabei handelt es sich um einen Medaillonquilt mit vielen Applikationen und einem Fächerrand. Er lässt viele Variationsmöglichkeiten zu, sowohl in der Größe als auch in der Art und Technik der Applikation. Oder die Applikationen werden durch Sashiko oder Quilten oder Sticken ersetzt, alles ist möglich!
In den gemeinsamen Zoom-Meetings, jeden 4. Dienstag im Monat, tauschen wir uns jedes Mal über die verwendete Technik oder den jeweiligen Fortschritt aus. Hier werden Ideen weiterentwickelt, man unterstützt und motiviert sich gegenseitig. Ziel ist es, auf den Patchworktagen 2025 Marias Quilt gemeinsam auszustellen.
Anbei Beiträge und Bilder aus unserer Gruppe. Wer neugierig geworden ist und mehr über die Gruppe erfahren möchte, kann sich gerne unter der E-Mailadresse: mariasquilt@patchworkgilde.de informieren.
Das Foto ist von Bea Galler, danke!
Unser Treffen auf den Patchworktagen in Moers
Auf den Patchworktagen in Moers war es endlich soweit, wir haben uns live getroffen. Im ersten OG im Alten Landratsamt konnten wir uns am Rande der Ausstellung „Die Online Quilterin“ austauschen und über unsere eigene Ausstellung im nächsten Jahr unterhalten. Die Überlegungen hierzu nehmen auch in unserer WhatsApp-Gruppe Fahrt auf und gehen von einer hilfreichen Anleitung zum Tunnel-Nähen (https://www.patchworkgilde.de/aktivitaeten/ausschreibungen-wettbewerbe) bis zu den Ausstellungsaufsichten und Gilde-Engeln. Die wunderbaren positiven Energien aus unseren Patchworktagen tragen uns weiter durch das Jahr .
Zentraler Block mit Lovers Knot
Ute Jungmann: gestickt auf Baumwollsatin mit 3 Fädchen normales Stickgarn
Susanne Tesch: Für die Mitte habe ich den Seidenstoff von dem Verlobungskleid meiner Mutter verwendet und den Knoten aus Hemdenstoff als Schrägstreifen (links auf links genäht und den Saum untergebügelt) von Hand appliziert. Ich habe auch noch eine Runde mit rotem Stickgarn im Kettstich um den Knoten gestickt.
Sigrid Schmidt: Der Knoten ist vorgezeichnet und mit dem Kettstich gestickt. Das Garn ist Sticktwist 6-fädig von Anchor. Ich habe mit 4 Fäden gestickt.
Monika Sturm: Der keltische Knoten ist mit der Maschine auf Batikstoffe gestickt. Technik: Bobbinstickerei
Claudia Engelmann: Der Knoten (Baumwollstoff) wurde mit Vliesofix auf den Unterstoff (ebenfalls Baumwolle) appliziert und mit der Nähmaschine umnäht.
Gunda Bleul: Baumwolle, Regenbogen-Handquiltgarn von Keiko Goke, vor Jahren bei einer Ausstellung in München erstanden.
Mechthild Koopmann: Der "Liebesknoten" ist in EPP erstellt. Hierbei habe ich versucht, dem Farbverlauf meines Stoffes entsprechend zu folgen.
Renate Schmidt
Brunhilde Zöhrer: In der Mitte befindet sich der älteste Stoff aus meinen Beständen, und zwar ist er aus der Aussteuer einer Tante aus Wien. Ich schätze, dass der Stoff ca. 100 Jahre alt ist.
Siglinde Dorn: Im zentralen Block wird eine unendliche Linie dargestellt. Damit wird etwas Ewiges und Grenzenloses dargestellt. Die Linie wurde mit der Nähmaschine und Volumenvlies in der Trapuntotechnik erstellt. Um den Mittelpunkt sind die 4 Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde gestickt.
Stephanie Sattler: Der Knoten ist mit Stickwolle gestickt. Die Wolle stammt von der Sächsischen Wollgarnfabrik Tittel & Krüger, die eine Spinnerei in Leipzig war. 1990 wurde die Produktion leider eingestellt. Heute ist sie mit 100.000 Quadratmetern Geschossfläche Deutschlands größtes Industriedenkmal.
Erster Rahmen (Sechserblöcke und Einfassung)
Ute Jungmann: Im 1. Rahmen habe ich mich an die Anleitung gehalten und aus meiner Restekiste genutzt, was ich mit kleinen Blümchen hatte. Der grüne Hintergrund wird mich vielleicht bis zum Rand begleiten.
Sigrid Schmidt
Bärbel Müller
Monika Sturm: Für meinen Erinnerungsquilt verarbeite ich neben Batikstoffen die ausgemusterten Krawatten meines Mannes.
Claudia Engelmann: Ich habe die Sechserblöcke abweichend von der Anleitung (oben und unten 10 Sechserblöcke / rechts und links 6 Sechserblöcke) so angeordnet, dass auf jeder Seite 8 Sechserblöcke vorhanden sind.
Gunda Bleul: Ich musste einen kleinen Rand ansetzen, weil ich im Zentrum vergessen hatte, mit dem Inchfuß zu nähen. Die bunten Baumwollstoffe sind vom Flohmarkt.
Mechthild Koopmann: Die länglichen Sechsecke wurden mit Uni-Stoffen – dem Farbverlauf des "Liebesknoten" folgend – weiter unterstützt.
Rosmarie Muenchmeier
Renate Schmidt
Susanne Kanngießer
Brunhilde Zöhrer
Siglinde Dorn: Im ersten Rahmen wurden die länglichen Sechsecke mit 36 unterschiedlichen Stoffen gestaltet. Sie wurden mit Hilfe von Schablonen mit der Hand zusammen genäht. In den Ecken sind die 4 Jahreszeiten Sommer, Herbst, Winter und Frühling.
Stephanie Sattler: Meine Erinnerung in diesem Rahmen ist der Stoff, den ich dafür verwendet habe. Ich habe ihn in Dänemark im Urlaub gekauft und er erinnert mich an den Sandstrand in unserem Urlaubsort.
Zweiter Rahmen (Applikationsblöcke und Einfassung)
Susanne Tesch: Für die erste Runde habe ich alte Kleiderstoffe und Kissenstoffe (teilweise Seide) von meiner Oma und meiner Mutter genommen. Die Ecken sind Krawattenstoffe (Seide) von meinem Vater. Für die Applikationsrunde habe ich Hemden- und Blusenstoffe verwendet. Für die Hintergründe sind es Hemden und Blusen von meinem Mann und mir und für die Tiere von meinen Kindern. Die Tiere habe ich als Schattenriss gezeichnet und sie sind auf Soluvlies gebügelt und von Hand appliziert (mit Stickgarn umstickt). Die Anfangsbuchstaben der Tiere ergeben die Namen meiner Kinder und die Initialen von mir und meinem Mann.
Ute Jungmann: Die Blümchenvorlage gibt es im Buch „Schätze aus der Restekiste II“ von Eli Thomae, diese habe ich verkleinert. Da die Blöcke 6“ groß sind, war das einfach, denn jede Blüte besteht aus 6 Streifen, zugeschnitten zu 6 ¼‘‘, was somit perfekt gepasst hat.
Claudia Engelmann: Mein Quilt soll an das Hier und Jetzt, an die Liebe und das Licht zwischen uns Menschen erinnern. Ich habe die vier Worte daher in Klarschrift mit Knöpfen abgebildet. Und da die Worte möglichst viele Menschen unterschiedlicher Herkunft erreichen sollen, habe ich die englische Version genommen. Die Applikationen Herz, Sonne, Engelsflügel und Stern sollen die Bedeutung unterstreichen. Die Applikationen in den Ecken habe ich wie den Knoten im zentralen Block aufgebracht.
Gunda Bleul: Der 2. Rahmen wird eine Mischung aus Handapplique und Stickerei. Ein Blick durchs Arbeitszimmerfenster in den Garten war meine Inspiration für die Applikationen.
Mechthild Koopmann: „Mein Eigensinn“ ;-) mit der Nähmaschine appliziert.
Monika Sturm: In der zweiten Runde habe ich mich für Stickereien entschieden. Oben steht der Name meines Mannes, unten mein Name. An den Seiten ist ein Datum zu lesen. Den Buchstaben und Zahlen sind Verzierungen beigefügt. Teilweise handelt es sich um Symbole, die mir bzw. meinem Mann etwas bedeuten.
Rosmarie Muenchmeier
Renate Schmidt
Susanne Kanngießer
Brunhilde Zöhrer: Die Applikationsumrandung war zeitaufwendig. Da es sich um einen Erinnerungsquilt handelt, habe ich Fuchsien gewählt. Mit meinem Mann und Fuchsienfreunden haben wir viele Jahre eine große Fuchsienausstellung im Botanischen Garten in Duisburg-Hamborn durchgeführt. Die Fuchsienapplikationen habe ich nach eigenen Fotos erarbeitet.
Ruth Devenish
Stephanie Sattler: Ich habe keine Applikationsblöcke gemacht, sondern Blumen aus den Stoffen, die ich im letzten Dänemarkurlaub gekauft habe.
Sigrid Schmidt: Meine Erinnerungen: Sie sind gestickt; u.a. mit Festonstich, Kettstich, Knopflochstich, frz. Knoten; appliziert mit der Nähmaschine und der Hand und ich habe Stoffmalfarbe eingesetzt. Pailletten, Perlen, einen Reißverschluß (meine Erinnerungsbox unten zweite von rechts), Wolle, einen Bernstein u.a.m. aufgenäht. In meinen Erinnerungen sind persönliche Begebenheiten nebst meiner Familie dargestellt. Im Buch werde ich sie gern näher ausführen.
Dritter Rahmen (Buchstabe M und Einfassung)
Susanne Tesch: Für diese Runde habe ich für die Ms Hemdenstoffe von meinem Mann (Michael) benutzt. Die Kante danach mit den Herzen ist eine alte Kinderbettwäsche von mir.
Claudia Engelmann: Hier habe ich mich ein bisschen vernäht , so dass in den Ecken größere weiße Flächen entstanden sind, die ich wahrscheinlich über das Quilten gestalten werde.
Gunda Bleul
Herta
Monika Sturm: Hier kommen wieder die Krawattenstoffe ins Spiel. Die M’s sind mit einem Effektgarn umstickt.
Renate Schmidt
Mechthild Koopmann Detail Wieder ein Fokus auf den Verlaufsstoff. Der 3. Rahmen: das etwas andere „M“; eine Falttechnik, mit Uni-Stoffen dem Farbverlauf angepasst.
Brunhilde Zöhrer
Ute Jungmann
Stephanie Sattler
Sigrid Schmidt: Die M's/Treppen sind in unterschiedlichen Blautönen genäht. Der Stoff im Rand nach den M's zu den "Sanduhren" ist derselbe wie die Ecken beim Knoten in der Mitte. Ich habe bewusst eine Wiederholung des Stoffes gewählt.
Der „M“-Block in 3D Eine Anleitung von Ruth Devenish, Mai 2024
1. Der Block wird wie gehabt aus 2 Rechtecken 4 1⁄2 Inch hoch und 2 1⁄2 Inch breit gearbeitet. Für das Dreieck schneide ich ebenfalls ein Rechteck derselben Größe zu, also 4 1⁄2 Inch hoch und 2 1⁄2 Inch breit.
2. und 3. Der mittlere Stoff wird rechts auf rechts auf das helle Rechteck links gelegt.
Dann wird dieser Stoff zur Hälfte nach oben geklappt, die rechte Stoffseite wird sichtbar.
4. Nun auch das linke Rechteck rechts auf rechts auf die beiden Stoffstücke rechts legen und gut stecken
5. und nähen
6. und 7. Aufklappen und die Nahtzugabe auseinander bügeln
8. und 9. Dann auf der Vorderseite die Mitte des eingenähten Rechtecks auf die Naht an der Oberkante ziehen. Dadurch legt sich der Stoff automatisch zum Dreieck. Die Ecken gut ausbügeln.
Beim Aneinandersetzen der Blöcke darauf achten, dass die gebügelten Ecken nicht verrutschen. Ich habe sie immer noch einmal an der Seite gesteckt, an der nicht genäht wird.
Die äußeren Kanten der Streifen habe ich mit einer Stütznaht gesichert, bis der nächste Streifen angesetzt wird.
Vierter Rahmen (Quadrate aus Dreiecken und Einfassung)
Barbara Hartel
Claudia Engelmann
Mechthild Koopmann
Monika Sturm: Wie zu erwarten: Krawattenstoffe.
Renate Schmidt
Rosmarie Muenchmeier
Gunda Bleul
Ute Jungmann
Stephanie Sattler
Sigrid Schmidt: Die Dreiecke / "Sanduhr" sind in zwei verschieden Farbtönen (hell / dunkel) genäht. Eigentlich wollte ich die "Sanduhren" abwechselnd aufstellen, war mir aber zu unruhig. Der Rand zu den Fächern ist ein Glitzerstoff.
Fünfter Rahmen (Grandmother’s Fan)
Vorab zur Info: In der Anleitung besteht eine Diskrepanz in der Größenangabe; sofern man sich an der Schablone orientiert, beginnt man mit 5 1/4 Inch und nach Zuschnitt des Blocks ergibt sich ein Fertigmaß von 5,0 x 5,0 Inches.
Eine sehr gute Anleitung findet sich auch hier. (Grit’s life – Video 6 Mystery „Happy Hour”)
Barbara Hartel: Ich fertige diesen Quilt aus meinen seit 1980 gesammelten Seidenstoffen nach den im Roman von Liz Trenow beschriebenen Angaben. Die letzte Runde mit den Fächern hat nicht so gut mit meinen Seidenresten harmoniert. Deshalb möchte ich - an meinen Wohnort am Bodensee angelehnt - eine Wasserrunde verwenden.
Claudia Engelmann: Die kleinen weißen Ecken an den Fächern habe ich appliziert.
Mechthild Koopmann: Fächer im Farbverlauf
Monika Sturm: In den Fächern sind wieder Krawattenstoffe verarbeitet. Die Eckbereiche habe ich mit keltischen Symbolen bestickt
Renate Schmidt: Ich war schon bei der Lizzy-Quiltgruppe dabei, weshalb ich auch bei dem neuen Projekt gerne mitmachen wollte. Allerdings konnte ich zunächst mit Marias Quilt überhaupt nichts anfangen, weder mit dem Entwurf noch mit dem Buch. Auch das quadratische Format sagte mir nicht zu.
Nach einigem Herumprobieren entschied ich mich dafür, schon das Mittelteil so zu ändern, dass der Quilt ein rechteckiges Format bekommen konnte. Den Knoten habe ich dann in Schrägband- applikation ausgeführt und im Abstand von 1⁄4 Inch Linien herum gequiltet, um ihn schön plastisch herauszuarbeiten.
Den ursprünglichen Entwurf habe ich außerdem „minimalistischer“ umgestaltet. Von den Fächern sind nur wenige übriggeblieben. Die Applikationen bestehen lediglich aus verschieden gemusterten roten und rosa Kreisen, in den Ecken der einzelnen Bordüren sind schwarze Quadrate eingesetzt, die - je nach Sichtweise - zum zentralen Knoten hin- oder davon wegführen. Außerdem habe ich außen noch einen zusätzlichen hellblauen Streifen (auch wegen der Größe) hinzugefügt.
Zugang zu dem Quilt bekam ich schließlich über das zentrale Motiv (Lover‘s Knot), ein typisches keltisches Flechtmotiv. Es erinnerte mich an die Welsh Quilts, eine europäische Quilttradition, die meiner Ansicht nach viel zu wenig gewürdigt wird, da die amerikanische Quilttradition sehr dominant ist. Die Welsh Quilts waren in der Regel Medaillonquilts und zeichneten sich durch ganz typische Quiltmotive aus, die so nur dort vorkommen, wie Spiralen in allen möglichen Variationen, verschieden gefüllte Herzmotive und Halbkreise, die sich so überschneiden, dass gotische Spitzbögen entstehen.
Also habe ich in die schwarzen Quadrate verschiedene Herzmotive im Linienstich gestickt, in die Kreise Spiralen und in die leeren Räume zwischen die Fächer gotische Spitzbögen (noch nicht ganz fertig) gequiltet. Auch in die restlichen Quadrate werden noch entsprechende Herzmotive gestickt und der hellblaue Rand wird auch noch eine walisisch inspirierte Quiltbordüre erhalten.
Und so ist es letztlich doch ein Erinnerungsquilt geworden an die fast vergessene walische Quilttradition.
Rosmarie Münchmeier
Susanne Kanngießer
Marias Quilt – Die Geschichte meines „Lavendeltraums“
Mein Gilde-Lizzy war (mit Verspätung) fertig geworden, da gab es schon den Anstoß zum nächsten Sewalong. Auch diesmal sollte die Grundlage ein Roman sein: „Die vergessenen Worte“ von Liz Trenow. Ich wurde gefragt, ob ich als EQ8-Trainerin (Quiltsoftware) den im Buch beschriebenen Quilt erstellen könnte. Da mich solche Aufgaben immer reizen, stimmte ich zu.
Den Roman hatte ich in 2 Tagen „verschlungen“ – er ist so lebendig geschrieben, dass ich die Handlung und den Quilt vor Augen hatte. Nun startete der Entwurf in EQ8, was einfacher war als gedacht, denn es gibt bereits eine Vorlage zum Quilt (die Quelle wird im Buch angegeben).
Für mich erstellte ich eine Übersicht mit den Angaben zu den Stoffen, Farben und Blöcken. Und damit stand fest, dass ich mich so nah wie möglich an das Buch halten würde. Da in EQ8 verschiedene Möglichkeiten ausprobiert werden können, entwarf ich auch eine Weihnachtsvariante.
Vom PC ging es nun an die praktische Arbeit: Stoffe heraussuchen, Mengen überprüfen, Vorlagen ausdrucken. Das klappte gut, da ich genügend geeignete Stoffe fand. Nun konnte das Nähen beginnen – und da stand ich schon vor der ersten Entscheidung: wie gestalte ich den Mittelblock? In der Onlinegruppe wurden mehrere Varianten gezeigt. Ich entschied mich für eine Applikation mit der Nähmaschine aus goldfarbenem Stoff auf lavendelfarbenem Hintergrund mit wiederum goldfarbenen Eckdreiecken (also wie im Buch beschrieben). Für die erste Runde verwendete ich die feinen Liberty-Stoffe. In der zweiten Runde waren die Applikationen wie im Buch geplant. Mir gefielen aber meine Entwürfe (bzw. die Angaben des Buches) dazu nicht, so dass ich doch eigene Ideen einfließen ließ – Applikationen zu dem, was mir wichtig ist. Da wäre zu nennen die Musik, die mich große Teile meines Lebens (als Musiklehrerin) begleitet hat. Meine Familie mit 2 + 3 (Stief)Kindern und bisher 4 Enkeln sowie meinem geliebten Mann. Natürlich das Nähen und dazu das Zeichnen von Mandalas. Die vier keltischen Knoten in den Eckblöcken der Runde sind ebenfalls eine Vorliebe von mir. Die nächste Runde der „M“s richtete sich wieder halbwegs nach dem Buch, auch wenn ich jetzt andere Stoffe und Farben verwendete. In Runde 4 machte sich der Quilt das erste Mal selbstständig – ein Irrtum meinerseits ermöglichte dies. Das Zuschneiden der Dreiecke ging schnell von der Hand, das Nähen ebenso – ich war schon fast euphorisch wegen des flotten Tempos. Nun die jeweiligen Streifen angenäht und weiter... denkste!! Die Streifen waren viel zu lang! Wie konnte das passieren? Ich achte immer auf sehr genaues Nähen. Tja, beim Zuschnitt unterlief mir der Fehler, die Quadrate für die Dreiecke nicht 2x diagonal zu schneiden, sondern nur 1x. Somit wurden die Blöcke größer. Ich entschied mich, die größeren Blöcke zu verwenden und die übrig gebliebenen in ein anderes Projekt zu integrieren. Nun hatte der Quilt also ein Eigenleben entwickelt, so dass ich bei der letzten Runde getrost nach meinem Bauchgefühl nähen konnte. So ließen sich hier wunderbar noch Eckblöcke einarbeiten, da mir das besser gefiel.
Der momentan blühende Lavendel in meinem Garten hat mir wohl eingegeben, diese Farben hauptsächlich zu verwenden. Und so bekam der Quilt auch seinen Namen „Lavendeltraum“. Feine Damast- und Samtstoffe mit royaler Note wie im Buch habe ich zwar nicht verwendet – Erinnerungen sind beim Nähen trotzdem eingeflossen und ich hoffe, dass auch meine Nachfahren eines Tages mal zu diesem Quilt sagen: „Das hat meine (Ur...)Großmutter gemacht, da steckt unsere Familie drin.“
Susanne Tesch Den letzten Rand habe ich aus Resten über Papierschablonen (EPP) genäht. Die weißen Stoffe sind Blusen und Hemdenstoffe, bzw. in den Ecken alte Taschentücher meiner Mutter.
Brunhilde Zöhrer: Hier habe ich die Farbe der Fuchsien noch einmal gewählt. Mein Quilt ist ca. 20 % kleiner als die Vorlage. Stoffe habe ich aus meinem Bestand genommen.
Gunda Bleul: Mit den Fächern habe ich mich schwergetan. Die kleinen Teile hatte ich zu groß zugeschnitten und dann passend gemacht. Diese Teile durch ein einfaches Drunkard's Path-Stück zu ersetzen, habe ich wieder verworfen. Es wirkte zu grob und ist ein Kissen geworden. Nun bleibt es etwas unperfekt; weil es so bunt ist, fällt es nicht sofort ins Auge.
Gunda Bleul Detail
Ute Jungmann
Herta
Ruth Devenish
Sigrid Schmidt: Fächer: Hier sind mehrere Stoffe aus dem Quilt für die Fächer von mir verwendet worden. Die Umrandung / letzter Rahmen hat jeweils in den Ecken nochmals den Knoten aus der Mitte gestickt bekommen. Ich habe ihn entsprechend verkleinert, aufgezeichnet und im Kettstich gestickt.
Herta
Fertige Quilts - Texte erscheinen, wenn man mit der Maus über das Bild fährt
Mechthild Koopmann: Der Titel meines Quilts ist „Mein Eigensinn“. Gequiltet wurde er in Free Motion mit meiner Sweet Sixteen.
Renate Schmidt
Renate Schmidt Wholecloth
Monika Sturm
Sigrid Schmidt: Meine Erinnerungsbilder habe ich mit einem Kettstich in blau getrennt.
Claudia Engelmann
Claudia Engelmann: Mein Quilt trägt den Namen "Erinnern an das Jetzt". Die Schriftzüge "Love", "Light", "Now" und "Here" bestehen aus ca. 150 Knöpfen. Gequiltet habe ich zum großen Teil mit der Hand, die geraden Nähte sind mit meiner Nähmaschine gequiltet.
Meine Gedanken zum Quilt: Liebe und Licht. Im Hier und Jetzt. Sich in schwierigen Zeiten mit schönen Dingen beschäftigen. Darf man das? Hat das eine Relevanz?
Vor kurzem war ich in der Doppel-Ausstellung in Bottrop und Düsseldorf von Sheila Hicks, einer für mich begnadeten Textilkünstlerin. Sie ist 90 und kümmert sich unverzagt um ihre Kunst – im Hier und Jetzt – und spendet damit größte Freude, indem sie teilt und zeigt, was sie tut. Das Herz geht einem auf bei soviel Farbe und soviel Kreativität. Gerade jetzt brauchen wir mehr denn je Positives und Lichtvolles, das dem Negativen auf unserer Erde etwas entgegensetzt.
Ja, sich mit schönen Dingen zu beschäftigen, hat eine Relevanz, eine große Relevanz. Indem wir uns selbst im aktuellen Tun - im Hier und Jetzt - mit Freude verlieren, strahlen wir die Freude aus und geben sie weiter, während wir den Menschen vielleicht einfach nur zulächeln, aber auch indem wir in einer Ausstellung oder zu anderen Gelegenheiten zeigen, was wir tun und den Betrachtern Freude schenken, sie vielleicht auch inspirieren.
Die Vorlage für diesen Quilt stammt aus dem Roman von Liz Trenow „Die vergessenen Worte“ – ein Erinnerungsquilt. Was hat das alles also mit einem Erinnerungsquilt zu tun? Wir verlieren uns oft im Vergangenen oder haben Sorgen vor der Zukunft und vergessen, den aktuellen Moment bewusst zu leben. Ich möchte mit meinem Quilt an das Hier und Jetzt erinnern, an den aktuellen Moment. Mit Liebe. Und mit Licht.
Das Quilten
Barbara Hartel: stitch-in-the-ditch
Auf dem ersten Foto sieht der Quilt etwas ungebügelt aus, was mir nicht so gut gefällt. Deswegen gibt es aber noch die Seide. Ich hatte sie etwa 1983 meterweise in Darmstadt gekauft und daraus Bettwäsche genäht. Fand ich damals todschick, aber nur einen Tag lang. Die Bettwäsche verschwand dann nach der ersten Wäsche (und bügeln) tief im Schrank, da ich drei kleine Kinder, ein Haus mit großem Garten und ein Studium zu bewältigen hatte.
Der älteste Sohn hat mir die beiden praktischen Quilthalter mit seinem 3-D-Drucker gedruckt und geschenkt.
Bis auf weiteres Quilten hat Maria‘s Quilt jetzt den Rand erhalten, der mir besser zusagt als die vorgegebenen Fächer. Die Umrandung soll an meine Kindheit am Bodensee erinnern.
Jetzt liegen immer noch Seidenreste im Schrank, aber nicht mehr so viele!
Renate Schmidt: Die Fächerreihe ist noch nicht ganz und mein zusätzlicher Rand noch gar nicht gequiltet.
Renate Schmidt : Außenrand
Herta: Mein Top ist ebenfalls fertig und auf dem Quiltrahmen zum Handquilten aufgespannt. Bis es komplett fertig ist wird es wohl noch einige Zeit dauern. Eine Geschichte zu "meinem Quilt" habe ich noch nicht zu Ende geschrieben. Er ist jedoch eine Hommage an meinen Garten und die Natur. Wann immer ich an diesem Quilt arbeite, schweifen meine Gedanken durch den Garten und zu den Rosen. Diese haben dieses Jahr besonders schön und lange geblühat, so als wollten sie mir in diesem Sommer eine besondere Freude machen.
Herta
Claudia Engelmann
Claudia Engelmann: Die geraden „Strecken“ habe ich mit der Nähmaschine, alles andere mit der Hand gequiltet. Für das Handquilten nutze ich Aurifil 12.
Claudia Engelmann: Neben all den Schritten, die für den Quilt erforderlich sind und die ich allesamt liebe – angefangen bei der Auswahl der Stoffe, den Überlegungen zu dem Design, das Schneiden, Nähen und Quilten sowohl mit Hand als auch mit meiner herkömmlichen Maschine – schwingt bei dem Binding für mich eine ganz besondere Stimmung mit. Die Aussicht auf die Fertigstellung und die Freude, den nahezu fertigen Quilt beim Binding immer weiter in der Hand zu halten, die Oberfläche zu spüren, sind ein ganz wunderbares Gefühl des inneren Friedens.